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Monats-Archive: Juli 2020

Kondome hier, Masken dort. Und erstaunliche Parallelen.

Was war die Welt im 19.Jahrhundert stolz auf die Erfindung von Kondomen aus Kautschuk: Das Ende der Plackerei mit Waschen und Trocknen von dicken und unangenehmen Schafsdärmen.

Jetzt sollten die Geschlechtskrankheiten wie Syphilis bald ausgerottet sein, doch ein Fünftel der Bevölkerung litt und starb weiter daran.

Die Forscher hatten den Grund schnell entdeckt. Die «Rammelbeutel» wurden nicht von allen benutzt. Die Infektionsrate blieb hoch, jeder Mann wollte halt das Maximum der Gefühle erleben und verzichtete auch auf den immer höher werdenden Erlebniswert, als die «Pariser» aus Latex wurden.

Verbesserungen, Aufklärungen, Mahnungen. Nichts half. Der Egoismus war stärker. Die Folge ist HIV. Weltweit verantwortlich für endloses Leid, vor allem in Afrika. Ausgelöst durch verantwortungslose Rammler, die verantwortungslos ihre kurze Freude über alles andere stellen.

Und jetzt sind die Masken dran, Infektionen zu reduzieren. Doch wir sind vergleichsweise erst in der Stufe der Tierhäute: Die jetzigen taugen technisch noch nicht so viel wie es die Virologen erhoffen.

Erst die nächste Generation wird das Corona-Virus schon beim Aufprallen abtöten.

Wird damit die Pandemie eingedämmt und vielleicht sogar ausgerottet?

Sicher nicht.

Geschichte wiederholt sich: Wie zu Kondomzeiten weigert sich eine Minderheit, diese «Rotzbremse» zu benutzen oder richtig anzuwenden. Diese Verweigerer werden mit ihrem Egoismus das Virus weiter am Leben erhalten. Die Masse ist ihnen schutzlos ausgesetzt sein, denn das Recht, tun und lassen zu dürfen, wie es einem gerade so passt, ist demokratisch tief verankert. Disziplin gilt nur für andere. Corona wird uns vor allem wegen ihnen ewig erkalten bleiben.

Und die nächste Pandemie wartet schon in chinesischen Hinterhof-Schweineställen.

 

Oh ja, sie tanzen Walzer, Rock und Cha-Cha- Cha, sie spielen «Mensch, dich fresse ich» und sie vermehren sich wie die Karnickel. Unsere Corona-Viren auf unseren Masken und in unseren Taschen würden sich, wenn sie sprechen könnten, bei uns bedanken, dass wir so liebevoll mit ihnen umgehen.

Jeder hat schon tausend Mal gehört, dass Masken entweder als Einwegmaske täglich gewechselt und richtig entsorgt werden müssen oder als Dauermaske jeden Tag gewaschen werden sollen. Das ist die Theorie.

Die Praxis sieht anders aus. Nach einer Woche ist mir bei einem Freund aufgefallen, dass er immer dieselbe Maske mit dem Schweizer Kreuz trägt: «Du bist doch Junggeselle. Wie schaffst du es, über Nacht deine Maske trocknen zu lassen?» Er schaute verwirrt: «Ich wasche sie jeden Sonntag.» Und beim Weggehen knüllte er sie in seinen Hosensack.

Und sie tanzen einen Tango…

Der Gesundheits-Detektiv in mir wurde hellwach und fand schnell dutzende von Menschen, die ihre Masken mehrere Tage tragen. Wenn das der Bundesrat wüsste – nein, er müsste es wissen, denn er kennt seine Bürger: Disziplin ist nicht jedermanns Sache.

Also laufen Tausende äusserlich geschützte Menschen herum und verbreiten das Virus in Massen. Weil sie zu faul sind, weil sie die Gefahr unterschätzen, weil sie die Strafe vermeiden wollen.

Und sie tanzen einen Tango…

Und die Viren freuen sich, dass wir so viel zu ihrem Tierwohl beitragen und überraschen jeden Statistiker, der davon ausgeht, dass Masken – richtig angewendet – schützen sollten.

Und sie tanzen einen Tango…

Mein Freund ärgert sich, dass die Infektionszahlen nicht wirklich zurückgehen. Ich habe ihm sein Fehlverhalten erklärt: «Ich mache kein Problem, ich habe kein Corona, also kann ich auch niemanden anstecken…»

Und sie tanzen einen Tango … und machen, weil es schon zu viele sind, eine Polonaise.