Autor¦Musiker¦Coach¦Moderator

Oh ja, sie tanzen Walzer, Rock und Cha-Cha- Cha, sie spielen «Mensch, dich fresse ich» und sie vermehren sich wie die Karnickel. Unsere Corona-Viren auf unseren Masken und in unseren Taschen würden sich, wenn sie sprechen könnten, bei uns bedanken, dass wir so liebevoll mit ihnen umgehen.

Jeder hat schon tausend Mal gehört, dass Masken entweder als Einwegmaske täglich gewechselt und richtig entsorgt werden müssen oder als Dauermaske jeden Tag gewaschen werden sollen. Das ist die Theorie.

Die Praxis sieht anders aus. Nach einer Woche ist mir bei einem Freund aufgefallen, dass er immer dieselbe Maske mit dem Schweizer Kreuz trägt: «Du bist doch Junggeselle. Wie schaffst du es, über Nacht deine Maske trocknen zu lassen?» Er schaute verwirrt: «Ich wasche sie jeden Sonntag.» Und beim Weggehen knüllte er sie in seinen Hosensack.

Und sie tanzen einen Tango…

Der Gesundheits-Detektiv in mir wurde hellwach und fand schnell dutzende von Menschen, die ihre Masken mehrere Tage tragen. Wenn das der Bundesrat wüsste – nein, er müsste es wissen, denn er kennt seine Bürger: Disziplin ist nicht jedermanns Sache.

Also laufen Tausende äusserlich geschützte Menschen herum und verbreiten das Virus in Massen. Weil sie zu faul sind, weil sie die Gefahr unterschätzen, weil sie die Strafe vermeiden wollen.

Und sie tanzen einen Tango…

Und die Viren freuen sich, dass wir so viel zu ihrem Tierwohl beitragen und überraschen jeden Statistiker, der davon ausgeht, dass Masken – richtig angewendet – schützen sollten.

Und sie tanzen einen Tango…

Mein Freund ärgert sich, dass die Infektionszahlen nicht wirklich zurückgehen. Ich habe ihm sein Fehlverhalten erklärt: «Ich mache kein Problem, ich habe kein Corona, also kann ich auch niemanden anstecken…»

Und sie tanzen einen Tango … und machen, weil es schon zu viele sind, eine Polonaise.